Geschichte von Hennethal

Nach einem Eintrag etwa aus der Zeit um 1100 im Nekrolog des Mainzer Domstiftes, bezog das Domstift jährlich fünf Unzen Zins aus "Hedenendale", die ein Adliger namens Ello aus seinem dortigen Gut gestiftet hatte. Im Katzenelnbogener Teilungsvertrag aus der Zeit um 1260 werden Hörige in "Hedendal" erwähnt. Damit ist gesichert, dass es sich bei dem Domstifteintrag um den gleichen Ort handelt, nämlich Hennethal.

Die Ortsnamensform mit "tal", die spärlichen Informationen sowie die Tatsache, dass die Gemarkung ursprünglich wesentlich kleiner gewesen sein muss als heute, deuten auf eine späte Gründung hin, wenn auch Hennethal der älteste erwähnte Ort aller Hohensteiner Orte ist. Einiges deutet darauf hin, dass der Ursprung Hennethals in einer Mühle zu suchen ist. Nach der um 800 festgelegten Beschreibung der Bleidenstadter Termineigrenze wurde die heutige Gemarkung durch Aubach und Hermannsweg geteilt. Hennethal kann nur östlich davon gelegen haben, da die spätere Diözisangrenze des Bistums Trier die spätere Gemarkungsgrenze Hennethals mit einschloss. Der Gemarkungsteil zwischen Aubach/Hermannsweg und Eisenstrasse muss also recht spät Hennethal zugeordnet worden sein. Dieser Zugewinn kann nur auf Kosten des Ramstädter Hofes erfolgt sein. Vielleicht bestätigt die Strinzer Flur "Ramstädter Dell" unterhalb des Breitloh diese Vermutung. Einen Gemarkungszugewinn dürfte Hennethal neben Panrod und Strinz-Trinitaitis auch von dem zwischen 1392 und 1566 wüst gewordenen Steinbach gewonnen haben.

1392 mussten Hennethal und Steinbach je einen Halben Malter Hafer jährlich an die Kirche von Strinz-Trinitatis abführen. Hennethal wird aber nicht bei den Orten aufgeführt, die 1446 zum Gericht Strinz-Trinitatis gehörten. 1521, 1717 und 1782 zog das Stift Bleidenstadt Gefälle in Hennethal, wie das Stift daran kam, entzieht sich unserer heutigen Kenntnis.

Ortsherr war 1441 Graf Johann von Nassau-Idstein, als der Sohn des Peter Weller aus Beuerbach die Mühle "uf de Baer" (Bahner Mühle) verlieh. An drei Kinder des verstorbenen Langen Peter wurden 1464 die Mühlen "an der Ahe" und auf der "Bar" für einen Malter Korn und 25 Eier vergeben. 1653 ist eine herrschaftliche Schiffmannsmühle (wohl die Obermühle) bezeugt. Die gleichzeitig erwähnte Betzbacher Mühle war privat. 1732 gab es einen Streit zwischen dem Pächter der sogenannten Unter- und Bahner Mühle über den "Beständer" der Obermühle, weil letzterer der Bahner Mühle das Wasser abgegraben hatte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brannte die Webersmühle (Untermühle?) ab. Nach 1900 schaffte sich die Obermühle eine Dreschmaschine an, die vom Mühlrad angetrieben wurde.

In seiner 1843 erschienenen "Beschreibung des Herzogthums Nassau" schreibt Vogel über Hennethal: "......Dorf, wo die St. Laurentiuskirche, die der Pfarrer von Panrod eine Zeitlang und bis 1562 versehen, wo sie zum Diaconat in Strinz-Trinitatis kam". Aus dieser kurzen Bemerkung leitet man bis heute ab, die Hennethaler Kapelle habe zumindest zeitweise bis 1562 zum Kirchspiel Panrod gehört. Auch Waldemar Schmidt kommt 1954 in den Nassauer Analen zu dem gleichen Schluss. Untersucht man aber einmal die Quellen, aus denen beide ihre Informationen schöpften, so stellt man schnell fest, dass sie falsch interpretiert wurden.

Im Jahre 1562 bewarb sich der Pfarrer von Heftrich, Johann Jeger (Venator), auf die schon seit einer unbekannten Zeit vakante Pfarrstelle in Strinz-Trinitatis, die er dann auch bekam und bis zu seinem Tode (1607) innehatte. Noch im gleichen Jahr bemühte er sich um eine Schule in Strinz. Von Amtmann Wilhelm von Stockheim bekam er darauf die Antwort: "Einen schulmeister, liber pfarrer, wolten wier wol bekommen, wenn wir wüsten wie er sein underhaltung bei euch mochte haben." Jeger machte, darauf der Idsteiner Regierung den Vorschlag, zur Besoldung eines Schulmeisters die 6 Malter Korn zu nehmen, die jährlichs in die Capell (zu Hennethal) gefallen und der Panroder Pfarrer für seine Sonntagspredigt in Hennethal von Strinz erhalten habe. Dazu könnten noch die Zinsen aus einem möglichen Verkauf des sogenannten St.Laurentij Gütlein genommen werden, das er wie seine Vorgänger zur eigenen Nutzung hatten. Das Kirchengut der Hennethaler Kapelle stand also schon den Amtsvorgängern von Jeger zu, mit anderen Worten, Hennethal gehörte schon vor 1562 ins Kirchspiel Strinz-Trinitatis und der Pfarrer von Panrod hatte nur während der Zeit die Sonntagspredigt in Hennethal gehalten, in der es in Strinz keinen Pfarrer gab, wofür er dann von der Strinzer Gemeinde lediglich die Abgabe erhielt, die dem Strinzer Pfarrer für seine Sonntagspredigt in Hennethal zustand.

1989 feierte Hennethal das 200 jährige Bestehen seiner jetzigen Kirche. In der Festschrift heißt es noch: "Für die Zeit vor 1562 fehlt uns jede Nachricht über die Kapelle in Hennethal. Das hat sich inzwischen geändert. In einer Urkunde des Klarissenklosters zu Bärbach vom 27.Dezember 1379 verschreibt der Edelknecht Johann von Lohrheim seiner Tochter Katharina, der Äbtissin und dem Konvent zu Bärbach 5 Malter Korn und 4 Karpaunen aus seinem Gut zu Hennethal. Bei der Beschreibung der Liegenschaften heißt es dort unter anderem: "Item ein garten, ligit under der Kirchen." Damit steht fest, die Hennethaler Kirche ist vor dem Ende des Jahres 1379 gebaut worden und kam erst 1818 als Filiale an Panrod.

1717 beginnen die Hennethaler Schulakten, in welchem Jahr ein "Dingschulmeister" eingestellt wurde, der nur im Winter unterrichtete. Bis dahin mussten die Hennethaler Kinder auch im Winter nach Strinz-Trinitatis, der ältesten Dorfschule Nassau-Idsteins. Diese Winterschule war im Hennethaler Backhaus, das von da an neben Rathaus auch noch als Schule und Lehrerwohnung dienen musste. Der erste staatliche Lehrer, Johann Wilhelm Butzbach, kam 1818 nach Hennethal. Auf dessen Initiative wurde 1819 das erste Schulgebäude nahe der Kirche eingerichtet. Am 25.1.1931 wurde dann das Schulhaus am Dorfgemeinschaftshaus, das heute den Kindergarten beherbergt, eingeweiht.

1566 hatte Hennethal 23 Haushalte, (ca. 100 Einwohner) und 1648 (Kriegsende) 5 Haushalte (ca.20 Einwohner). Einwohner: 1821=200; 1842 =263; 1939=262; 1946 = 501; 1958= 383; 2004: 435

Statistische Daten von Hohenstein